Eine Duschkabine braucht ein komplettes Set: Bänder (Federbänder für Drehtüren, ein Rollensystem für Schiebetüren), Griff oder Knopf, Stabilisationsstange für das Festteil, senkrechte Dichtungen plus untere Dichtung mit Abtropfprofil und eine Schwelle. Standard ist ESG in 6 oder 8 mm - ein Bänderpaar trägt üblicherweise 20-45 kg, die Wahl richtet sich also nach der Flügelmasse. Alle Ausschnitte und Bohrungen müssen vor dem Vorspannen entstehen - deshalb werden Beschläge zusammen mit dem Glas gewählt, nie danach.
Erst die Öffnungsart, dann das Glas
Hier beginnt jedes Gespräch über eine Kabine. Drei Lösungen bedeuten drei verschiedene Beschlagsätze und drei verschiedene Anforderungen ans Bad.
- Drehtür - die häufigste und günstigste Lösung. Sie braucht Platz zum Aufschwenken - meist 60-80 cm freie Fläche vor der Kabine. Set: ein Paar Federbänder, Griff oder Knopf, Magnetdichtung am Stoß und untere Dichtung.
- Schiebetür - braucht keinen Platz vor der Kabine und bewährt sich im kleinen Bad. Set: oberes Rollensystem, untere Führung, Endanschläge, Dichtungen. Sie verlangt eine gerade, steife Ebene für die Laufschiene.
- Walk-In - eine große Scheibe ohne Tür. Das einfachste Set - Bodenprofil, Stabilisationsstange zur Wand oder Decke, untere Dichtung - aber es braucht eine größere Duschwanne oder ein Gefälle mit Linienablauf.
- Badewannenaufsatz - eine eigene Kategorie: eine leichte 6-mm-Scheibe an Aufsatzbändern, oft faltbar. Weniger Masse heißt zartere Beschläge, aber auch weniger Toleranz für Stöße.
Bänder - das meistbelastete Element der Kabine
Die Bänder tragen die gesamte Flügelmasse und arbeiten jahrelang mehrmals täglich. Sie entscheiden, ob die Tür nach drei Saisons noch von selbst schließt.
Die Schlüsselzahl ist die zulässige Flügelmasse. Je nach Modell trägt ein Bänderpaar von etwa 20 kg (leichte und Leistenversionen) bis etwa 45 kg (Glas-Glas- und verstärkte Versionen). Zur Orientierung: eine 8-mm-ESG-Scheibe von 70 x 190 cm wiegt rund 26 kg, 80 x 200 cm bereits über 31 kg. Die Tragreserve sollte real sein, nicht auf Kante genäht.
Zweitens der Mechanismus:
- Federbänder - sie schließen die Tür in den letzten Grad selbsttätig, sodass der Flügel nie angelehnt stehen bleibt,
- Hubbänder - sie heben den Flügel beim Öffnen um einige Millimeter und schonen Dichtung und Boden,
- Bänder mit Winkeljustierung - sie erlauben Korrekturen nach der Montage, ein Segen bei schiefen Wänden,
- Glas-Glas-Bänder - sie verbinden die Tür direkt mit dem Festteil, ohne Umweg über die Wand.
Drittens, und am häufigsten übersehen: das Ausschnittbild in der Scheibe. Jedes Modell hat sein eigenes Schema, und ein Ausschnitt in ESG ist endgültig. Deshalb legen wir das Bandmodell vor dem Zuschnitt fest - mehr dazu im Ratgeber Glasbeschläge - so wählen Sie richtig.
Griff, Knopf, Stangengriff - das Element, das man täglich anfasst
Der Griff ist der einzige Teil der Kabine, den der Nutzer mehrmals täglich berührt. Deshalb prägt er den Qualitätseindruck am stärksten - oder verdirbt ihn.
Drei Dinge lohnen den Blick. Erstens die Befestigung: beidseitige Griffe brauchen zwei Durchgangsbohrungen, einseitige Knöpfe eine. Zweitens das Material: Messing und Edelstahl schlagen Zinkdruckguss, der nach einigen Jahren am Gewinde brechen kann. Drittens die Form - ein Stangengriff über die volle Höhe wirkt effektvoll, sammelt aber mehr Wasserablagerungen als ein schlichter Knopf.
Bei Schiebetüren ist der Griff oft mit der Führung kombiniert und wird zusammen mit dem System gewählt, nicht separat.
Die Stabilisationsstange - der Stab, der eine große Scheibe rettet
Ein Festteil ab etwa 90 cm Breite beginnt zu arbeiten - es schwingt leicht beim Schließen der Tür und beim Putzen. Die Stabilisationsstange zwischen Scheibe und Wand oder Decke versteift die Konstruktion und beseitigt diese Bewegung.
Es gibt mehrere Varianten: Wand-Glas (am häufigsten), Glas-Glas im 90-Grad-Winkel und Decke-Glas bei frei stehenden Walk-In-Scheiben. Die Glasbefestigung ist geklemmt oder durch eine Bohrung - und hier gilt wieder dieselbe Regel: die Bohrung muss vor dem Vorspannen entstehen.
Bei Walk-In-Duschen ist die Stange kein Zubehör, sondern ein Konstruktionselement. Ohne sie darf eine große, frei stehende Scheibe nicht sicher stehen.
Dichtungen und Schwelle - oder warum das Wasser auf dem Boden ist
Der billigste Teil der Bestellung und zugleich der häufigste Grund für einen Anruf nach der Montage. Es lohnt zu wissen, was wofür zuständig ist.
- Magnetdichtung - an der senkrechten Türkante, am Stoß zum Festteil. Sie zieht den Flügel zu und dämpft das Schließen. Bei zweiflügeligen Kabinen trifft ein Paar Magnetdichtungen aufeinander.
- Wanddichtung - füllt den Spalt zwischen Scheibe und Wand. Ihr Profil wird auf den realen Spalt abgestimmt, denn Wände sind selten gerade - daher die Toleranzen von einigen Millimetern in den meisten Systemen.
- Untere Dichtung mit Abtropfprofil - leitet das am Glas ablaufende Wasser zurück in die Wanne. Sie entscheidet meist darüber, ob der Boden vor der Kabine trocken bleibt. Sie verschleißt und wird nach einigen Jahren ersetzt.
- Schwelle und Bodenleiste - führt die Unterkante der Scheibe, schließt den Spalt und trägt bei Walk-Ins die Last in den Boden ab. Ihre Befestigung muss vor dem Fliesen geplant werden - später heißt es Bohren in der fertigen Fläche.
Ein praktischer Tipp: Fragen Sie bei der Bestellung, ob die Dichtungen einzeln als Ersatzteile erhältlich sind. Systeme ohne einzeln erhältliche Dichtungen zwingen nach einigen Jahren zum Austausch eines größeren Sets.
Welches Glas und welche Dicke für die Kabine
Standard ist ESG (Einscheibensicherheitsglas). Nicht weil es in jeder Hinsicht am stärksten wäre, sondern weil es beim Bruch in kleine, stumpfe Krümel zerfällt statt in scharfe Scherben. Eine Kabine schützt nicht vor Abstürzen, VSG ist hier also nicht nötig.
- 6 mm - Badewannenaufsätze, kleine Flügel, Festteile bis 80 cm; leichter, günstiger, zartere Beschläge.
- 8 mm - typische Kabinen, Türen und Festteile; die häufigste Wahl und ein guter Kompromiss.
- 10 mm - große Walk-In-Scheiben und breite Flügel; schwer - braucht stärkere Bänder und soliden Untergrund.
Eine eigene Entscheidung ist der Farbton des Glases. In hellen Bädern mit weißen Fliesen kann der grünliche Stich gewöhnlichen Glases an der Scheibenkante sichtbar werden - die Alternative ist eisenoxidarmes Glas.
Vier Fehler, die wir am häufigsten sehen
- 1. Beschläge separat gekauft, nach der Glasbestellung. Ein Baumarkt-Griff trifft fast nie die Löcher, die für ein anderes Modell geschnitten wurden. In ESG lassen sie sich nicht versetzen.
- 2. Aufmaß vor Fertigstellung des Bades. Die Kabine wird nach dem Fliesen und dem Einbau der Wanne gemessen. Ein Aufmaß im Rohbau verschiebt sich immer um mehrere bis über zehn Millimeter.
- 3. Zu schwache Bänder für eine schwere Scheibe. Ein Flügel von 80 x 200 cm in 8 mm wiegt über 30 kg. Bänder mit 20 kg Tragkraft halten ein paar Monate, dann sackt die Tür ab und schleift.
- 4. Keine Verstärkung in der Wand. Bei Gipskartonwänden muss die Bandbefestigung verstärkt sein. Das klären wir beim Aufmaß - am Montagetag ist es zu spät.
Was Sie vor der Bestellung einer Kabine vorbereiten
Maßgefertigte Kabinen bauen wir in Szczecinek (Polen) seit 1992 - samt Beschlägen, Vorspannen und Montage. Für ein verbindliches Angebot brauchen wir:
- die Maße der Nische oder Duschwanne in Millimetern, an drei Stellen gemessen,
- die Öffnungsart und den freien Platz vor der Kabine,
- den Untergrund an den Befestigungspunkten (Mauerwerk, Gipskarton, Fliesen auf Kleber),
- die gewünschte Beschlagsoberfläche - wir stimmen sie auf Armatur und Kopfbrause ab,
- ein Foto des Bades bei untypischem Grundriss.
Bei untypischen Nischen messen wir lieber selbst - das dauert weniger als eine Stunde und spart die Kosten einer neuen Scheibe.
Häufige Fragen
Welche Beschläge braucht eine Duschkabine?
Das Grundset: Bänder oder ein Schiebesystem, Griff oder Knopf, Stabilisationsstange für das Festteil, senkrechte Dichtungen plus untere Dichtung mit Abtropfprofil sowie eine Schwelle. Dazu Kleinteile: ein Türstopper zum Schutz der Glaskante und Abdeckkappen.
Welche Bänder für die Duschkabine?
Für Drehtüren meist Federbänder, die den Flügel von selbst schließen. Der Schlüsselparameter ist die zulässige Masse: ein Bänderpaar trägt je nach Modell 20 bis 45 kg. Ein Flügel von 80 x 200 cm aus 8-mm-Glas wiegt über 30 kg - leichte Bänder scheiden da aus.
Welche Glasdicke für die Duschkabine?
Meist 8 mm - ein guter Kompromiss aus Steifigkeit und Gewicht. 6 mm eignet sich für Badewannenaufsätze und kleine Flügel, 10 mm für große Walk-In-Scheiben - dann aber mit stärkeren Beschlägen und solidem Untergrund.
Wozu dient die Stabilisationsstange?
Sie versteift das Festteil, das ab etwa 90 cm Breite beim Schließen der Tür und beim Putzen zu schwingen beginnt. Bei Walk-In-Duschen ist die Stange kein Zubehör, sondern ein Konstruktionselement - ohne sie steht eine freistehende Scheibe nicht sicher.
Warum läuft Wasser aus der Kabine?
Die häufigsten Ursachen: eine verschlissene oder falsch gewählte untere Dichtung mit Abtropfprofil, eine fehlende Schwelle bei der Walk-In oder eine Wanddichtung mit falschem Profil. Dichtungen sind Verschleißteile und werden alle paar Jahre ersetzt.
Können die Beschläge nach der Glasbestellung gewählt werden?
Nein. Ausschnitte für Bänder und Bohrungen für den Griff müssen vor dem Vorspannen entstehen, und jedes Modell hat sein eigenes Bohrbild. Ein separat gekaufter Griff passt fast nie in vorhandene Löcher, und in ESG lassen sie sich nicht versetzen.
Wann wird die Duschkabine aufgemessen?
Nach dem Fliesen und dem Einbau der Duschwanne, nie im Rohbau. Die Nische wird an drei Stellen in verschiedenen Höhen gemessen, denn Wände sind selten parallel - Unterschiede von über zehn Millimetern sind normal.
Dreh- oder Schiebetür - was ist besser?
Die Drehtür ist günstiger und pflegeleichter, braucht aber 60-80 cm freien Platz vor der Kabine. Die Schiebetür braucht keinen Platz und gewinnt im kleinen Bad, verlangt aber eine gerade Montageebene und regelmäßige Reinigung der unteren Führung.